Noch zu teuer! Vorläufig kein Elektrofahrzeug von Skoda

In einem Interview mit der Automobilwoche spricht Winfried Vahland über das Thema Elektromobilität. Es wird in kürze kein Elektrofahrzeug von Skoda geben. Der Preis ist „für Skoda Kunden heute noch zu hoch“.

Der Citigo-Bruder VW Up wird auf der IAA mit Elektromotor vorgestellt. Der E-Up hat 82 PS, ein maximales Drehmoment von 210 Nm und er geht bei 26.900,- Euro los. Die Batterie reicht für maximal 160 km. Volkswagen lässt sich die Technik gut bezahlen, im Privatkundenbereich wird das Fahrzeug daher kaum eine Rolle spielen. Immerhin bekommt man stattdessen einen gut ausgestatteten Octavia Combi 2,0 TDI 150 PS*…

Skoda zögert – zu Recht? 

In Zukunft ist zum Beispiel ein Skoda E-Citigo absolute Pflicht, aktuell wäre es aber nur ein reines Prestigeobjekt. Die abwartende Haltung hat auch klare Vorteile. Je später man einsteigt, desto günstiger kann Skoda das Fahrzeug bei gleichzeitig längerer Batterielaufzeit anbieten. Ein Citigo Facelift in rund drei Jahre wäre doch ein genialer Zeitpunkt für einen E-Citigo.

Superb und Yeti als Plug-In-Hybrid?

Bei den größeren Modelle denkt Skoda über einen Plug-In-Hybrid nach. Diese Technologie vereint den Elektromotor und einen Verbrennungsmotor in einem Fahrzeug. Im Kurzstreckenbereich läuft das Fahrzeug komplett elektrisch, bei längerer Fahrt springt der Verbrennungsmotor ein. Ein perfektes Antriebskonzept? Jein, denn zwei Antriebstechnologien in einem Fahrzeug haben auch ihre Nachteile. Ein Plug-In-Hybrid kommt nur für die großen Skoda Modelle in Frage, denn das Fahrzeug  legt deutlich an Gewicht zu. Zwei Antriebsaggregate knabbern ausserdem am Kofferraumvolumen. Vahland spricht davon, dass „ein neuer Skoda Superb oder ein großes SUV als Plug-In-Hybrid denkbar“ wären. Ein möglicher Einführungstermin ist noch nicht in Aussicht, vermutlich werden wir noch drei bis vier Jahre warten müssen.

*Octavia Combi 2,0 TDI 150 PS: Kraftstoffverbrauch in l/100 km, innerorts: 5,1, außerorts: 3,7, kombiniert: 4,2. CO2-Emission, kombiniert: 110 g/km (gemäß VO (EG) Nr.715/2007).

Die angegebenen (kombinierten) Werte wurden nach den vorgeschriebenen Messverfahren (VO(EG)715/2007 in der gegenwärtig geltenden Fassung) ermittelt. Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebotes, sondern dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Der Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen eines Fahrzeugs hängen nicht nur von der effizienten Ausnutzung des Kraftstoffs durch das Fahrzeug ab, sondern werden auch vom Fahrverhalten und anderen nichttechnischen Faktoren beeinflusst. CO2 ist das für die Erderwärmung hauptsächlich verantwortliche Treibhausgas. Hinweis nach Richtlinie 1999/94/EG in der gegenwärtig geltenden Fassung: Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2 -Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Straße 1, D-73760 Ostfildern oder unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

Effizienzklassen werden auf Grundlage der gemessenen C02-Emission unter Berücksichtigung des Fahrzeuggewichts ermittelt. Fahrzeuge, die dem Durchschnitt entsprechen werden mit D eingestuft. Fahrzeuge, die besser als der heutige Durchschnitt sind, werden mit A+, A, B oder C eingestuft. Fahrzeuge, die schlechter als der Durchschnitt sind, werden mit E, F oder G beschrieben.

Autor: Sebastian Koch

Modelljahr '83, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Wenn ich nicht gerade Zeit mit meiner Familie genieße, dann jogge ich gerne wenn alle anderen noch im Bett liegen, verkaufe Skoda in Siegen, blogge hier seit 2011 für euch darüber und ich verfolge leidenschaftlich den BVB.

4 Gedanken zu „Noch zu teuer! Vorläufig kein Elektrofahrzeug von Skoda“

  1. Aber man muss fairerweise dazu sagen (auch wenn Skoda absolute Top Autos baut!), dass ein e-up und später der e-Golf (ehem. Golf Blue E-Motion) nicht schlecht sind, aber gegen die elektrifizierte Konkurrenz noch leicht im Hintertreffen sind. Zumindest etwas.
    Den Leaf von Nissan gibt es schon lange, der schafft inzwischen auch gute 150 km und ist mit 109 PS und ab 23.390 Euro schon günstig, trotz Batteriemiete.
    Und der Renault ZOE mit knapp 90 PS und 220nm ab 20.780 Euro (bzw. 21.700 in DE glaub ich) kann ja auch nicht wenig. Man darf nciht vergessen, da sind Automatik, Standheizung usw. schon dabei. Auch Navi, Klimatronik usw.

    Ich glaube, VW hat den e-up nur gebracht weil BMW mit dem i3 ihnen sonst ein bissl was vom Kuchen wegnimmt. Da muss VW nachziehen. Ich hoffe dennoch, dass in Zukunft E-VWs herumfahren und auch Skodas. Vielleicht ist es nicht die Zukunft, aber es ist ein wichtiger Schritt.

    Toyota will ja 2015 auch ein Wasserstoff-Fahrzeug bringen mit 670 km Reichweite glaub ich.
    Wir werden sehen. Bleibt spannend.

    Wasserstoff-Octavia *träum*

    LG

  2. Ich kann die Autohersteller gut verstehen und die abwartenden Haltung ist meiner meinung nach auch berechtigt. Sollen ruhig andere die Sache austesten. Auch die deutschen Hersteller haben sich ja erst ziemlich spät rangetraut, wenn man bedenkt das der Toyota Prius schon seit 12 Jahre auf dem Markt ist… über kurz oder lang wird aber sicher auch Skoda einsteigen. Sicher aber erst, wenn die Technik noch etwas ausgereifter ist und die Nachfrage dadurch auch steigen kann.

  3. Hallo,
    ich habe nach der Ankündigung 2012 tatsächlich gehofft, Skoda bringt eine günstigere Alternative zum E-Up – leider nein. Zu teuer?!? Klar, wenn man bei E-Autos in tausenden, bei konventionellen Modellen aber in 100.000er Stückzahlen plant! Ansonsten könnte ein E-Auto (erst recht wenn es sich wie hier nur um den Umbau eines konventionellen Modells handelt) heute schon preiswerter sein! Kein Schaltgetriebe /DSG, kein Verbrennermotor aus hunderten Teilen, kein KAT, … Die Akkupreise sind in den letzten Jahren deutlich gefallen – nur nicht in Deutschland für die Kunden. Ich fahre seit Jahren das erste in Deutschland komplett neu entwickelte und an Privatkunden verkaufte E-Auto: einen Hotzenblitz aus 1996! Das muss man „erfahren“ – danach will man nichts anderes mehr!
    Zu kleine Akkus? Nur wenn man wie VW nur einen „Schnarchlader“ für Schuko einbaut, sich die spezielle, nicht Drehstromtaugliche Schnellladefunktion extra bezahlen lässt und so die Kunden gängelt! Ich lade daheim eigenen (PV-)Strom bis 11kW, eine Renault Zoe kann bis 43kW Kraftstrom (Drehstrom) laden! Den gibt es bei jedem Bauern, an jeder Typ2-Ladesäule – da kann man durchaus auch längere Strecken zügig fahren!

    Nachdem also schon Audi seine vollmundigen Medienansagen nicht eingelöst hat, nun auch Skoda – schade.

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