Kabellos wird Mirrorlink auch nicht besser

Die Freude ist groß, als Skoda sich mit der Markteinführung des Fabia III 2014 dem Projekt Mirrorlink öffnet. Endlich werden die Inhalte des Mobiltelefons auf dem Radiodisplay angezeigt. Diese Woche stellt RealVNC – eine treibende Kraft bei der Mirrorlink-Entwicklung – das Wireless Mirrorlink auf dem Mobile World Congress vor. Der Datentransfer läuft über WLAN. 

Doch das anfangs so gehypte Projekt des Car Connectivity Consortium (CCC) überzeugt noch immer nicht. Da hilft auch eine kabellose Datenübertragung nicht weiter, denn grundlegende Probleme bremsen Mirrorlink weiter aus.

Jahre nach dessen Vorstellung ist die Technik nur auf einer sehr überschaubaren Anzahl an Mobiltelefonen verfügbar. Mit Samsung, LG, Sony und HTC hat man nur vier Hersteller an Bord.

Das kann man vielleicht noch verkraften. Aber die verfügbaren Navigations-Apps sind eine Frechheit. Denn für die zertifiziertem Apps Sygic Car Navigation oder BringGo werdet ihr noch einmal schön zur Kasse gebeten. Nutzt ihr eine kostenlos Navi App – zum Beispiel Google Maps – bleibt der Monitor während der Fahrt schwarz.

Skoda hat einen wichtigen Schritt gemacht, indem das Paket SmartLink neben Android Auto auch Apple CarPlay unterstützt. CarPlay ist nicht perfekt, macht die Sache aber deutlich besser:

  • Die Bedienoberfläche sieht großartig aus
  • Jedes iPhone mit einem Lightning-Anschluss ist kompatibel
  • Die kostenlosen vorinstallierten Musik, Podcast und Navigations-Apps werden unterstützt
Apple CarPlay im Skoda

Doch Apple dreht sich bekanntlich nur um sich. Mit Spotify, Deezer und Audible sind aktuell drei Drittanbieter in Apple CarPlay integriert. Weitere kompatible Apps außerhalb des goldenen Apple Universums werden in der nächsten Zeit nicht erwartet.

Vielleicht sollte sich das Car Connectivity Consortium in Zukunft darauf konzentrieren, endlich mal eine kostenlose Navigation ermöglichen. Und großartige Apps ins Boot holen, um den Unterschied zu machen: WhatsApp, Facebook oder Twitter sind dafür hochinteressante Kandidaten. Einem Konsortium, dass Mirrorlink weltweit etablieren will darf man das Zutrauen. Sonst verschwindet Mirrorlink in der Belanglosigkeit bevor der kabellose Prototyp serienreif ist.

Welche Erfahrung macht ihr mit Mirrorlink? Nutzt ihr es überhaupt noch?

Autor: Sebastian Koch

Modelljahr '83, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Wenn ich nicht gerade Zeit mit meiner Familie genieße, dann jogge ich gerne wenn alle anderen noch im Bett liegen, verkaufe Skoda in Siegen, blogge hier seit 2011 für euch darüber und ich verfolge leidenschaftlich den BVB.

8 Gedanken zu „Kabellos wird Mirrorlink auch nicht besser“

  1. Es sollte heißen: „Skoda hat einen wichtigen Schritt gemacht, indem das Paket SmartLink neben MirrorLink auch Android Auto und Apple CarPlay unterstützt.“, denn Android Auto hat nichts mit MirrorLink zu tun. Dieses wird wohl eine Totgeburt bleiben. Aber auch Android Auto und Car Play sind noch nicht perfekt, bieten aber jetzt schon eine bessere Integration und mehr Apps (darunter übrigens auch WhatsApp bei Android), so auch eine kostenfreie Navigation.

  2. Habe mir 2015 einen neuen Fabia||| Edition gekauft mit nazu Vollausstattung!
    Natürlich mit dem Bolero und bin total enttäuscht von diesem System.
    Wenn ich kein AndroidAuto nutzen würde ,währe es total unbrauchbar!
    Was mich ärgert ist ,das Skoda nicht’s unternimmt damit es ordentlich läuft.
    Es kann doch nicht so schwer sein , dafür Apps freizuschalten, wie bei AndroidAuto
    damit man seine persönliche Naviapp nutzen kann die man mag!
    Würde funktionieren währe es doch ein Kaufargument gerade für junge Leute!
    Normalerweise ein Grund zur Rückgabe,weil Werbeversprechen nicht eingehalten wird.

  3. Ich besitze einen Superb III und ein LG4 (mit 2 SIM Karten) – mirrorlink nicht vorhanden, obwohl auf manchen WebSeiten betont wird, dass es funktionieren würde, Definitiv gibt es diesen Menüpunkt nicht, auch nicht nach 2 Updates und Android 6 –
    AndroidAuto ist auch nicht, das was man braucht, vor allem hat mein Auto ein NAVI , weshalb nochmal ein anderes ? all das App-Zeug, und das muß man mal ganz laut sagen, lenkt beim Fahren ab. Also ausschalten, nur das was man defnitiv benötigt, und volle Konzentration aufs Fahren,

  4. Wieso sind bei Skoda die Bildschirme noch immer so tief angeordnet. Man sollte sich da ein Beispiel an dem VW Golf Sportsvan nehmen. Dort sind die Belüftungsdüsen links und rechts neben dem ganz oben positionierten Radio angeordnet. Das beste ist überhaupt das System vom neuen UP 2017 wo man sich oben – genau dort wo es hingehört und wo man es gut auch während der Fahrt bedienen kann- sogar ein kleines Tablett draufstecken kann.

  5. Für mich wäre ja das wichtigste Smartlink-Argument die Möglichkeit, ein alternatives Navi einzusetzen. Das klappt aber kaum:

    Android Auto hat wohl v. a. ein Problem: Jede App muss zertifiziert werden (das ist noch kein Problem), und zwar von Google: Und das ist das Problem: Google lässt keine anderen Navigationsdienste zu. Onboard geht mit Google Maps nur bedingt, außerdem nicht jeder seine Hosen ggü. Google runterlassen.

    Mirrorlink könnte das ja eigentlich besser machen, hier gibt es m. E. zwei Probleme: Die im CCC organisierten Hersteller wollen zum einen die Onboard-Navis weiter verkaufen. Zum anderen (und wichtigeren): Ähnlich wie Google haben die kein Interesse, die Datenhoheit aufzugeben. Entertainment- und reine Kommunikationsdienste werden dort wohl nicht als Kerngeschäft betrachtet. Wohl aber Navigation, denn alle Hersteller haben inzwischen kapiert, dass sie als reine „Hardwarehersteller“ wenig Perspektiven haben und brauchen deshalb möglichst weitgehenden Zugriff auf die telemetrischen Daten des Fahrzeugs.

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